- Eine
kurze Einführung
Der neue Bergriff 'Psychoneuronalogie'
soll auf die enge Verflechtung von psychischen und neuronalen
Prozessen hinweisen.
Alle unsere Kognitionen, Emotionen, Körpervorgänge,
Ausdrucks- und Verhaltensweisen basieren auf Aktivitäten
des Nervensystems. Umgekehrt werden die Nervenaktivitäten
von unseren Gedanken, Gefühlen, Stimmungen, Reaktionen und
Handlungen mehr oder weniger stark beeinflusst. Psychische und neuronale
Prozesse stellen eine untrennbare Einheit dar.
-
|
Wir Menschen sind das Produkt unserer psychoneuronalen Programme, unserer Umwelt,
unsere Zustände
und der Wechselwirkungen dieser Faktoren.
- Psychoneuronale Programm-Struktur - Ergebnis der Anlagen und Erfahrungen im
bisherigen Leben, determiniert die persönlichen Eigenschaften
- Umwelt
- chemische, physikalische Reize, Informationen, Ereignisse,
Situationen, Umstände
- Zustände - aktuelle und permanente psychische und körperliche
Verfassung
- Wechselwirkungen - Beschleunigungs- und Bremswirkungen der gegebenen Faktoren
Die Programm-Aktivitäten steuern,
mehr oder weniger stark beeinflusst von den gegebenen Umweltbedingungen
und Zuständen, unsere Kognitionen, Emotionen,
Körperreaktionen, Ausdrucks- und Verhaltensweisen. |
 |
-
- - Kognitionen wie Bewertungen, Schlussfolgerungen,
Meinungen, Einstellungen oder Werte
- Emotionen wie Sicherheit oder Unsicherheit, Zufriedenheit
oder Unzufriedenheit, Freude oder Ärger
- Körperreaktionen wie Entspannung oder Anspannung,
Ruhe oder Unruhe, Konzentriertheit oder Unkonzentriertheit
- Ausdrucksweisen wie Stimm-, Gesichtsausdruck,
Mimik oder Gestik
- Verhaltensweisen wie Anpacken oder Vermeiden, Durchziehen
oder Loslassen, Argumentieren oder Dozieren, Bitten oder Fordern
-
- Probleme entstehen durch belastende Situationen,
negative Denkweise und beeinträchtigende Hirn-Aktivitäten.
- Bis zu 90% unserer Wahrnehmungen
und Bewertungen (von Situationen, Mitmenschen und der
eigenen Person) sowie unserer Reaktionen (Schlussfolgerungen,
Gefühle, Stress-Symptome, Ausdrucks-, Verhaltensweisen)
sind falsch, d.h. den objektiven Gegebenheiten nicht entsprechend.
- Dazu kommen zahlreiche äußere
Beeinträchtigungen.
- Die Folgen sind dramatisch:
Missverständnisse, Selbstüberschätzung, Unsicherheit,
Kränkung, Ärger, Wut, Druck, Unruhe, Hektik, Ängste,
Panikattacken, Verspannungen, Schlafstörungen, vegetative
Störungen, Merkfähigkeits-, Konzentrationsprobleme,
Fehler, Konflikte, Misserfolge, Kosten, Frust, Depression, Burnout,
Krise
-
- Der Mensch denkt, sein
Programm lenkt
- Unsere Programme sind das Ergebnis
unserer Erbanlagen und unserer Erfahrungen im bisherigen
Leben. Im Laufe unseres Lebens entwickeln sich auf der
Grundlage der erlebten Umstände, Situationen, Ereignisse und Beziehungen
sowie der individuellen
Reaktionen und Zustände unsere psychoneuronalen Programme.
Aufgrund verschiedenartigster Erfahrungen entwickeln sich sowohl
konstruktive als auch destruktive Programme.
Es entstehen neue Nervenzellen und neue Verbindungen
zwischen den Nervenzellen als physiologische Grundlage der
Programme. Durch Erfahrungen verändern sich sogar unsere
Genfunktionen.
Die Programme bestimmen über unsere Denkinhalte,
Denkvorgänge und Denkprodukte wie Bewertungen,
Überlegungen, Schlussfolgerungen, Einstellungen, Überzeugungen
oder Werte sowie über unsere Emotionen, Körperreaktionen,
Ausdrucks- und Verhaltensweisen.
Diese laufen gewöhnlich völlig unbemerkt im Hintergrund
ab. Sie steuern zum einen unser Wahrnehmen, Erleben, Denken,
Fühlen und Tun und werden zum anderen von bestimmten Auslösereizen
aktiviert.
-
- Die destruktiven Negativ-Programme setzen sich zusammen aus:
- negativen Kognitionen wie unangemessene, falsche Bewertungen,
Schlussfolgerungen oder destruktive Meinungen
- negativen Emotionen wie Unsicherheit, Frustration, Versagensgefühle,
Aggressionen oder Ängste
- negativen Körperreaktionen wie Konzentrationsstörungen,
Angespanntheit, Nervosität oder vegetativen Störungen
- negative Ausdrucksreaktionen - Gestik, Minik, Körperhaltung,
Stimme
- negativen Verhaltensreaktionen wie Abwehr, Vermeidung,
Fehlentscheidungen und -handlungen oder Aggressivität
Unsere Erwartungs-Programme (Meinungen über die Folgen eines
Umstandes) und unsere Strategie-Programme (Konzepte zum Umgang mit einem Umstand bzw. zur
Problem-Bewältigung) bestimmen in hohem Maße unsere
Reaktionsweisen.
Unsere Resignations-Programme lassen uns die Auswirkungen der Negativ-Programme
passiv hinnehmen und ertragen.
Unsere Schutz-Programme zielen darauf ab, die unangenehmen,
frustrierenden oder bedrohlichen Auswirkungen der Negativ-Programme
zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Solche Schutz-Programme
sind Vermeidung von Umständen, die Negativ-Programme
auslösen können (Angst- oder Versagenszustände)
sowie Kompensation von Negativ-Programmen. Statt aufzugeben,
wird gekämpft; statt Schuld einzugestehen, wird abgestritten
und angegriffen; statt unsicher zu erscheinen, gibt man sich
selbstbewusst; statt sich die eigenen Schwächen einzugestehen,
wird mit aller Kraft Leistung, Erfolg und Anerkennung angestrebt.
Als Folge unserer aktuellen Programm-Aktivitäten befinden
wir uns in bestimmten Zuständen.
Diese psychisch-physischen Verfassungen können sich mehr
oder weniger rasch ändern und sich in den verschiedensten
Facetten zeigen: von kindlicher Trotzigkeit, zögerlicher
Unsicherheit, besorgter Ängstlichkeit, bitterer Enttäuschung,
lähmender Depressivität, bleierner Müdigkeit,
unterwürfiger Freundlichkeit oder zwanghafter Kontrolliertheit
bis zu kühler Distanziertheit, belehrender Besserwisserei,
spöttischem Zynismus, übersteigerter Wichtigkeit, maßloser
Arroganz, hektischer Unruhe, unkontrollierter Erregung oder zügelloser
Gier.
Spontane
Mandelkernerregungen:
negative psychoneuronale Steuerprogramme aktivieren alleine aufgrund
der Wahrnehmung eines Reizes, ganz ohne Bewertung, emotionale
Überreaktionen. Reflexartig auftretende Emotionen wie Angst
oder Wut führen in der Folge zu massiven Stresszuständen
und irrationalem Fehlverhalten. Die Grundlagen für derartige
Ausbrüche sind oft traumatische Erlebnisse wie schreckliche
Ereignisse, Unfälle, Schicksalsschläge, Panikattacken
oder sehr alte bzw. sehr oft abgelaufene Reiz-Reaktions-Geschehnisse.
Sowohl die Negativ-, Resignations- und Schutz-Programme als auch
die daraus resultierenden Zustände bewirken Stress,
kosten Kraft und führen zu Fehlern. Sie verursachen
Wahrnehmungs- und Erlebens-Störungen, unangemessene
Denkvorgänge, Denkinhalte und Denkprodukte,
unangenehme Emotionen und Stressreaktionen sowie
unangemessene Verhaltensweisen.
Mögliche Folgesymptome sind Wahrnehmungs- und Erlebensfehler,
falsche Situationsbewertungen und Schlussfolgerungen, Überempfindlichkeit,
Anspannung, Unruhe, Frust, Unsicherheit, Abwehr, Angst, Aggressivität
oder Fehlverhalten.
Die Folgewirkungen können uns selbst und unseren Mitmenschen
ziemlichen Schaden zufügen. Missverständnisse,
Konflikte, Unfälle, Leid, Leistungsstörungen oder Krankheit
beeinträchtigen unser Wohlgefühl, das Zusammenleben
und unsere Produktivität.
-
Freier Wille eine Illusion?
Unsere Steuerprogramme sind nicht nur sehr einflussreich,
sondern oft auch sehr hartnäckig. Je negativer
die persönlichen Programme sind, je schlechter unsere
aktuelle seelisch-körperliche Verfassung und je größer
die subjektive bzw. objektive Belastung aufgrund
bestimmter Umstände sind, desto intensiver sind
die negativen Folgereaktionen.
Wir Menschen sind also durch unsere Anlagen und vor allem durch
die Erziehung und andere wesentliche Erfahrungen weitgehend determiniert.
Unsere inneren Programme steuern unser Denken, Fühlen und
Tun. Sie bestimmen unser Weltbild, unser Befinden, unser Wollen,
unsere Ziele und unser Wirken. Absolut freier Wille und
völlig freies Entscheiden sind damit nur bedingt
möglich. Unser Wille und unsere Entscheidungen basieren
ebenso auf unseren psychoneuronalen Programmen wie die übrigen
psychischen Prozesse und Produkte - und haben somit gewisse Grenzen.
- Der psychoneuronale Autopilot steuert uns entsprechend der installierten
Software. Dieser reagiert, in Abhängigkeit vom Zustand der
Hardware (Körper) autonom auf Umstände und Ereignisse.
Ob wir hilfsbereit sind oder nicht, ob wir gut zuhören,
ob wir Zivilcourage besitzen, ob wir über uns und die Welt
um uns nachdenken, ob wir lösungs- und zielorientiert sind,
ob wir problemorientiert sind, ob wir hadern und jammern, ob
wir analysieren und anpacken, ob wir sexuelle aktiv sind, ob
wir aggressiv sind, ob wir dominant sind, ob wir ängstlich
sind, ob wir depressiv sind, ob wir strebsam sind, ob wir Dinge
in Frage stellen, ob wir rasch logische Schlüsse ziehen,
ob wir gut rechtschreiben, ob wir eine Fremdsprache fließend
sprechen, ob wir gut Skifahren, ob wir bei der Vermögensanlage
ein hohes Risiko eingehen, ob wir schnell Auto fahren, ob wir
viel Alkohol trinken, ob wir übermäßig naschen,
ob wir gerne Blutwurst essen, ob wir ob wir karriereorientiert
sind, ob wir ein beschauliches Leben schätzen oder nicht
usw., hängt von unseren persönlichen Programmen,
unserer aktuellen Verfassung und den gegebenen Umständen
ab. Bestimmte Programme werden in bestimmten Verfassungen
von bestimmten Auslösereizen mehr oder weniger stark aktiviert
oder gehemmt.
In guter Verfassung und im entspannten Zustand
und können wir auf einen relativ großen Teil unserer
Potentiale zugreifen. Wir sind kreativ, einfallsreich
und flexibel. Auf einem hohen Aktivierungsniveau,
wenn wir erregt, angespannt oder gestresst sind, laufen häufig
die angeborenen und alten, gut eingelernten Muster
ab. Unsere Kreativität und unser Aktionsrepertoire sind
eingeschränkt.
In Extremsituationen, etwa bei Todesangst, sind unsere
individuellen Möglichkeiten äußerst gering. Wir
kämpfen, flüchten oder resignieren,
ähnlich wie die Tiere.
Selbstreflexion, Selbsterkenntnis
und Selbstkontrolle
Was uns von Tieren unterscheidet: Selbstreflexion, Selbsterkenntnis
und Selbstkontrolle sind Eigenschaften und Fähigkeiten,
die nur wir Menschen besitzen. Diesen wertvollen Besitz aktiv
und regelmäßig zu nutzen, bedeutet ein Mehr an programm-,
umwelt- und zustandsunabhängigen Entscheidungen und ein
Mehr an Willensfreiheit.
Dazu ist ein gewisser Zeit- und Energieaufwand vonnöten.
Aufmerksames Wahrnehmen, eingehendes Nachdenken,
vorbehaltloses In-Frage-Stellen, weitreichendes Umbewerten
und schrittweises Entwickeln von neuen Einstellungen
bedürfen einer innigen Beschäftigung mit sich und den
Gegebenheiten. Bei vielen Menschen geht das nicht ohne Anstoß
oder Druck von außen. Eine professionelle Unterstützung
ist in komplexen und resistenten Fällen nicht nur hilfreich,
sondern häufig notwendig.
- Moderne psychologische Trainings
und Therapien ermöglichen es, über Einsicht
und entsprechende Schlussfolgerungen das gegebene Individual-Programm
zu kontrollieren, zu modifizieren und zu erweitern. Mit dem Ziel,
unerwünschte, destruktive Reaktionen unter Kontrolle bringen
und über ein breiteres Spektrum an erwünschten, konstruktiven
Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen zu können.
- Einerseits steuern
die psychoneuronalen Programme unsere Kognitionen, Emotionen,
Stressreaktionen, Ausdrucks- und Verhaltensweisen. Andererseits
führen bewusst-rationales Nachdenken, Erkennen und Schlussfolgern
zu neuronalen Aktivitäten und Prozessen, die wiederum, bei
entsprechender Intensität und Regelmäßigkeit,
Struktur-Änderungen im Nervensystem und somit Programm-Veränderungen
bewirken.
-
- Fehler, Probleme,
Krisen
Menschliche Eigenheiten (Gewohnheiten, Manieren, Neigungen,
Interessen, Einstellungen, Werte), Schwächen (Fehlbewertungen,
Egozentrik, Desinteresse, Dumpfheit, Abwehr, Verdrängung,
Überheblichkeit, Unhöflichkeit, Unsicherheit), psychische
Störungen (affektive, neurotische, Persönlichkeits-,
Verhaltens-Störungen), Empfindlichkeiten (emotionale
Überreaktionen) sowie mangelnde und ungeeignete
Selbst- und Fremd-Kontrolle führen zu Wahrnehmungs-,
Beurteilungs- und Entscheidungsfehlern, Missverständnissen,
negativen Emotionen, Stress, Hineinsteiger- und Aufschaukelungs-Prozessen,
Kommunikations- und Organisations-Problemen und Fehlverhalten.
Die Folgen sind dramatisch: Konflikte, Leistungsbeeinträchtigung,
gesundheitliche Probleme, Engagement-Verluste, Ineffizienz, hohe
Fehlzeiten und Fluktuation, Vorfälle, Unfälle, Fehlentwicklungen.
Die Auswirkungen sind oft fatal: hohe Kosten, geringe
Wertschöpfung, Produktivitäts-Verluste, Krisen und
Zusammenbrüche - von Firmenpleiten über die globale
Finanzkatastrophe bis zur Weltwirtschaftskrise.
-
- Problematische
und gefährliche Programme
Vereinzelt sind unsere negativen Programme nicht nur unangenehm,
beziehungs-, leistungs- oder gesundheitsschädlich, sondern
auch gefährlich für die Mitmenschen.
Die Neigung zu egozentrischen Allmachtsgefühlen,
rücksichtslosem Egoismus, narzisstoider oder narzisstischer
Selbstsucht, ausbeuterischer Gewinnmaximierung, unkontrollierter
Aggressivität, kriminellem Tun, unheilvollen Überzeugungen,
konfliktträchtigen Dogmen, feindseligen Ideologien oder
zu abartigem sexuellen Verhalten kann Seele, Leib und Leben anderer
sowie das geordnete Zusammenleben und den Frieden gefährden.
Unglücklicherweise sind die schädlichen Auswirkungen
destruktiver Programme oftmals weder für die Betroffenen
selbst noch für die leidtragenden Mitmenschen als solche
(so einfach) zu erkennen. Vor allem psychisch gestörte Führungs-Persönlichkeiten
in der Wirtschaft und Politik können auf der Basis eines
mächtigen Amtes und unter dem Deckmantel dieses Amtes eine
Menge Schaden anrichten. Beispiele dafür gibt es genug.
Auch derartige Neigungen sind ererbte und/oder aufgrund problematischer
Umstände im Laufe der Entwicklung eingelernte Programme.
Wird die Neigung zur Tat, so steckt auch hier keine vorsätzliche
Bösartigkeit dahinter, sondern die gewaltige (destruktive)
Energie der Steuermechanismen. Auch wenn kein bewusster bösartiger
Vorsatz gegeben ist, muss sich die Gesellschaft davor schützen.
-
- Individual-
und Kollektiv-Programme
- Individual-Programme: Jeder Mensch besitzt bestimmte psychoneuronale
Programme. Diese entwickeln sich auf der Basis unserer Anlagen
durch unsere Erfahrungen. Sie steuern unser Denken, Fühlen
und Tun. Diese Steuer-Programme sind im Erwachsenen-Alter sehr
resistent. Aber dennoch sind sie ständigen (kleinen) Veränderungen
ausgesetzt. Durch Lernen, durch neue Erfahrungen und vor allem
durch für uns bedeutsame, intensive Erlebnisse werden die
Programme modifiziert.
Doch wie rigide unsere psychoneuronalen Steuersysteme in Wirklichkeit
sind, zeigen die Reaktionen der Menschen auf eigene Fehler, Unfälle,
Misserfolge, Pleiten und Krisen. Der erste Schock treibt die
Emotionen hoch. Rechtfertigungen, Selbstvorwürfe, gute Vorsätze
und ein gewisses Maß an Selbstdisziplinierung bestimmen
die Zeit danach. Doch die Zeit heilt die Wunden. Wir vergessen,
wir disziplinieren uns nicht mehr, wir geraten ins alte Fahrwasser
zurück. Aus den hehren Absichten für die Zukunft werden
nicht selten verheerende Rückfälle in die Vergangenheit.
Die alten, stark eingeprägten Programme können nicht
wirklich gelöscht werden, sie können nur kontrolliert
und neutralisiert werden. Und das braucht Aufmerksamkeit und
Energie. Noch deutlich resistenter sind die Kollektiv-Programme.
Tut sich schon der einzelne Mensch sehr schwer, aus Fehlern langfristig
zu lernen, so kann das die Menschheit, wie die Geschichte zeigt,
anscheinend (fast) gar nicht.
Kollektiv-Programme: Durch gewisse Gemeinsamkeiten verbundene
Menschen besitzen in bestimmten Bereichen ähnliche Programme.
Wir Menschen neigen sehr stark zur Bildung von Organisationen
wie Partnerschaften, Familien, Sippen, Freundschaften, Bekanntschaften,
Vereine, Clubs, Seilschaften, Netzwerke, Verbände, Bünde,
Kammern, Parteien, Institutionen, Unternehmen, Gemeinden, Bezirke,
Länder, Staaten oder Staatenbünde. Die verbindenden
Elemente sind bestimmte Interessen und Motive.
Es gibt die unterschiedlichsten Interessen und Motive in mannigfaltiger
Ausprägung: von angeborenen Trieben wie Überleben,
Sexualtrieb, Fortpflanzung oder Arterhaltung über weitgehend
determinierte Bedürfnisse wie physiologische Bedürfnisse
(Subsistenz, Nahrung, Atmung, Schlaf, Bewegungsdrang, Sexualverlangen,
Bemutterung, Entspannung), Sicherheitsbedürfnisse (Schutz,
Vorsorge, Stabilität, Struktur, Ordnung, Gesetze, Grenzen,
Angstfreiheit, Ruhe, Behaglichkeit), soziale Bedürfnisse
(Kontakt, zwischenmenschliche Bindungen und Beziehungen, Verständnis,
Partizipation, Zugehörigkeit, Geborgenheit, Zuwendung, Liebe,
Intimität), Ich-Bedürfnisse (Identität, Selbstwert,
Kreativität, Spontaneität, Kompetenz, Leistung, Anerkennung,
Akzeptanz, Würde, Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Bedeutung,
Geltung, Status, Autonomie, Unabhängigkeit, Freiheit, Kontrolle,
Stärke, Dominanz, Einfluss, Berühmtheit, Ruhm) und
Selbstverwirklichung (Potenzial-Ausschöpfung, Verwirklichung
bedeutender Ziele) oder ausgeprägten Werthaltungen
wie Dogmen oder Ideologien bis hin zu von psychischen Störungen
geprägten Antrieben wie Karriere-, Erfolgs-, Bedeutungs-,
Anerkennungs-, Geld-, Machtgier oder sexuelle Abartigkeiten.
Das Kollektiv-Programm ist die Schnittsmenge der Individual-Programme
der Mitglieder, Mitwirkenden, Teilnehmer, Beteiligten oder Betroffenen
eines Kollektivs. Die Schnittmenge der Mengen A, B, C, D ...
sind all jene Elemente, die sowohl in A als auch in B, C, D ...
enthalten sind.
Die Schnittmenge von sehr großen Organisationen (mit sehr
vielen Individuen) ist oft verhältnismäßig klein.
Manchmal bleibt letztlich überhaupt nur ein Element (Interesse,
Motiv) übrig, z.B. Sicherheit, Informationsaustausch oder
Geldverdienst.
-
- Das Kollektiv-Programm ist der
Kitt für den Zusammenhalt und die Bedingung für
die Existenz der Organisation. Es unterliegt bestimmten Eigendynamiken.
Beschleunigende Aufschaukelungs-Prozesse und hemmende Brems-Prozesse
sind typische Merkmale. Nicht selten verändern sich mit
der Zeit die Interessen und Motive des Kollektiv-Programms, zumindest
die Gewichtungen. Aus gemeinnützigen Absichten (Vertretung
der Interessen einer Berufsgruppe, soziales Engagement oder Umweltschutz)
werden mitunter sehr eigennützige Kollektiv- und Individual-Interessen
(kollektive Selbstverwaltung, Vergrößerung oder Machterweiterung
bzw. individuelle Arbeitsbedingungen, Verdienst- oder Karrieremöglichkeiten).
Obwohl die Organisations-Führer die Organisation
leiten, sind sie in der Regel nicht in der Lage, die Organisation
(vor allem größere und ältere) grundlegend zu
reformieren. Das Kollektiv-Programm ist zu resistent, zu rigide
und starr.
- Andererseits bestimmt
eine kleine Minderheit von Menschen über die große
Mehrheit. Nur ein geringer Prozentsatz erfüllt die
Bedingungen für das wirkliche Bestimmen. Solche Bedingungen
sind: bestimmte Fähigkeiten, sehr starker Antrieb
(hochgradiger Bedürfnis-Befriedigungs-Drang, hoch ausgeprägte
Werthaltung oder bestimmte Art von psychischer Störung)
und große Wirkung. Dazu müssen oft noch bestimmte
Umstände oder glückliche Zufälle
kommen, damit ein Mensch in eine entsprechende Position kommt,
um die Möglichkeiten ausspielen zu können.
Diese Bestimmer dirigieren Kapital, Waren, Nationen, Regionen,
Organisationen, Kognitionen und Emotionen. Das Kollektiv-Programm
der großen Masse reagiert bemerkenswert irrational: hyperaktiv
(dagegen oder dafür) oder hypoaktiv (hinnehmend, resignierend),
aber selten adäquat aktiv (im Sinne von logisch, folgerichtig,
angemessen).
Die Bestimmer sind in der Regel die großen Nutznießer
des Status quo, also des bestehenden Zustands. Dementsprechend
wenig Interesse haben sie daran, dass sich der Zustand ändert.
Und weil sie die Bestimmer sind, bestimmen sie, auch wenn die
große Mehrheit entgegengesetzte Interessen hat, dass es
so bleibt. Problematisch wird es, wenn zwei oder mehrere Bestimmer
ernsthaft aneinander geraten. Derartige Konflikte werden letztlich
meistens auch auf dem Rücken der Masse ausgetragen. Streitereien,
Unruhen, Instabilität, Stillstand, Unsicherheit, politische
und/oder wirtschaftliche Krisen, Chaos, Not oder gar Kriege sind
die möglichen Erscheinungsformen.
- Aber nicht jeder Organisationsführer
ist ein Bestimmer. Selbst Konzern-, Regierungs- oder Staatschefs
sind oft nicht die wirklichen Bestimmer. Diese sind nicht selten
im Hintergrund, im 'Dunklen', ziehen von dort aus ihre
Fäden und lenken ohne großes öffentliches Aufsehen.
-
- Hirnphysiologische
Grundlagen und Auswirkungen negativer psychoneuronaler Programme
Wahrnehmen eines
Reizes (Sehen) - Erregungsübertragung zum Thalamus
1. Aktivierung der Großhirnrinde und Erregungsübertragung
zum Gefühlszentrum - Entstehung von Emotionen aufgrund der
Bewertung der wahrgenommen Informationen
2. Spontane Mandelkern-Erregung: rasche Aktivierung des
Gefühlszentrums über die direkte Verbindung vom Thalamus
zum Mandelkern - Entstehung von Emotionen ohne Beteiligung des
bewussten Denkens und Beurteilens der wahrgenommenen Situation
Speicherung der Mechanismen bei oftmaligem Ablauf - Entwicklung,
Verstärkung, Veränderung von Programmen und Eigenschaften |
-
Training - Therapie
-
- Das Psychoneuronale Programm-System ist eine psychologische Methodik zur
Analyse und Darstellung der Entstehung,
Aktivierung und Veränderung von psychoneuronalen
Programmen sowie den kognitiven, emotionalen,
körperlichen, ausdrucks- und verhaltensspezifischen
Folgewirkungen. Das System basiert auf der kognitiven Verhaltentherapie
sowie modernen Kognitions-, Emotions-, Stress- und Verhaltenstheorien.
-
- Das Programm-Kontroll-System ist die Therapie- und Trainings-Methode des Psychoneuronalen Programm-Systems.
Die PKS
erwies sich als die am schnellsten wirksame Methodik.
Laut
eines Zwischenberichtes einer amerikanischen Arbeit (2007/2008)
ist die Programm-Kontroll-Therapie unter 12 untersuchten Methoden
die am schnellsten wirksame - vor allem bei Stress-Störungen,
Ängsten, Panikattacken sowie bei kognitiven
und emotionalen Fehlreaktionen und Hineinsteiger-Prozessen.
Speziell bei lösungs- und zielorientierten Personen
liegt eine besonders hohe Effizienz vor. Die Verwendung der Trainings-Uhr
(eine Erinnerungs-Uhr mit Vibrations-Signalen) trägt maßgeblich
zur raschen und nachhaltigen Wirkung bei.
-
- Die Studie 'Psychische Störungen
in Deutschland und Europa' (2005) zeigt: Im Laufe eines jeden Jahres erleiden
27% der EU-Bevölkerung mindestens eine psychische
Störung wie z.B. eine Depression, Abhängigkeit,
somatoforme Störung, eine Verhaltens-, Belastungs- oder
Anpassungsstörung, eine Angst-, Panik-, Ess- oder Zwangsstörung.
Manche erkranken nur kurzzeitig über Wochen und Monate,
andere längerfristiger, etwa 40% chronisch über Jahre
oder bis an ihr Lebensende. Das Lebenszeitrisiko, an einer psychischen
Störung zu erkranken, beträgt gar über 50%.
Zwei Drittel aller psychischen Störungen bleiben
völlig unbehandelt, ca. 26% aller Betroffenen
erhalten irgendeine Behandlung, noch viel weniger eine
adäquate Therapie. Dabei können gerade moderne psychotherapeutische
Methoden bei vielen psychischen Störungen eine zuverlässige
Hilfe bieten.
-
- Psychische Krankheiten
bewirken
nicht nur viel menschliches Leid und soziale Probleme.
Durch Leistungsbeeinträchtigungen und Leistungsausfälle
der Betroffenen sowie aufgrund von (häufig inadäquaten)
Behandlungsaufwendungen entstehen auch enorme Produktivitätsverluste
und finanzielle Belastungen. Die Kosten psychischer
Erkrankungen betragen nach einer IAO-Schätzung 3 bis
4% des BIP. In Österreich sind das bis zu 10 Milliarden Euro jährlich,
EU-weit etwa 300 Milliarden Euro. Gar nicht zu reden von den
gewaltigen Schäden, die durch unsere negativen psychoneuronalen
Programme, die (noch) zu keiner psychischen Erkrankung geführt
haben, verursacht werden. Schätzungen gehen dabei von einem
Vielfachen der genannten Zahlen aus. Die größten wirtschaftlichen
Schäden entstehen dadurch den Unternehmen und den Sozialversicherungen.
-
- Wir Menschen
können unsere grundlegenden Eigenschaften nur schwer ändern.
Was wir aber sehr wohl können, sind neben einer hilfreichen
Entspannung vor allem Bewertungs- und Einstellungs-Änderungen,
aktive Kontrolle von negativen Reaktionsmustern sowie
Aktivierung und temporäre Aufrechterhaltung
von erwünschten oder notwendigen kognitiven Prozessen, emotionalen
und körperlichen Zuständen und Verhaltensweisen.
Die gezielte
Anwendung
der relativ einfachen Trainings-Einheiten der Programm-Kontroll-Therapie
kann bei bestimmten psychischen Problemen oft schon nach kurzer
Zeit eine deutliche Reduzierung des Leidendrucks und der Beeinträchtigungen
bewirken.
Eine langfristige Verinnerlichung und nachhaltige Wirkungen
sind durch regelmäßiges und richtiges Training
über einen längeren Zeitraum, wie Erfahrungsberichte
zeigen, sehr wahrscheinlich.
Die Programm-Kontroll-Therapie
zielt darauf ab, die unerwünschten,
negativen Programme und deren Folgewirkungen als
solche zu erkennen, neue Einsichten
und Erkenntnisse zu gewinnen, entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen sowie deren manifesten
Prozesse unter Kontrolle zu
bringen, zu neutralisieren und sukzessive durch angemessene,
erwünschte kognitive, emotionale, körper-, ausdrucks-
und verhaltensorientierte Vorgänge
(zumindest kurzfristig) zu ersetzen.
- Die Trainings-Einheiten der
Programm-Kontroll-Therapie basieren auf einer fachgerechten
Ist-Soll-Zustand-Analyse, einem tiefgreifenden Erkenntnis-Prozess
und einer individuellen Programm-Entwicklung.
Die Einheiten sind sehr einfach, knapp und präzise und sehr
wirksam. Das
Entscheidende ist, dass man sie konsequent anwendet.
Mit Hilfe neuer, mobiler Hightech-Geräte
kann uns das sehr erfolgreich gelingen.
Eine Erinnerungs-Uhr erweist sich als sehr wirksamer Signalgeber
und Trainingsverstärker.
Näheres |
 |
-
-
- Die
Schritte des Programm-Kontroll-Systems
-
Das Analyse- und Therapie-Schema
- Ist-Zustand - Analyse des Zustandes, Beschreibung
der Lage und der Problemstellung
- Ursachen und
Auslöser - Darstellung der verantwortlichen Umstände,
Situationen, Ereignisse und Prozesse
- Wechselwirkungen - Aufschaukelungs- und Hemmungs-Faktoren durch
die verschiedenen einwirkenden Kräfte
- Auswirkungen - Folgewirkungen der Reaktionen und Wechselwirkungen
- Erkenntnis-Prozess - Zusammenhänge, Einsichten, Schlussfolgerungen,
Alternativen
- Wünschenswerter Soll-Zustand - Bedürfnisse, Wünsche, anzustrebende
Zustände, Ziele
- Strategien, Maßnahmen - Bestimmung der Methoden und Schritte
- Umsetzung
- Durchführung der geplanten Maßnahmen
- Evaluierung und Korrektur
Die Wirkungen
- Die Programm-Kontroll-Therapie
ist eine sehr effiziente Methode zur Kontrolle, Neutralisierung
und Umstrukturierung von psychoneuronalen Programmen.
Die Wirkungen sind vielfältig:
- Entwicklung von neuen Erkenntnissen und Gewinnung von neuen
Einsichten
- - Änderung von Bewertungen
und Einstellungen
- - Kontrolle und Neutralisierung
von negativen Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen
- Kontrolle und Neutralisierung von negativem Stress, Stress-Symptomen
und psychischen Problemen
- Entwicklung und Verinnerlichung von erwünschten Kognitionen,
Zuständen und Verhaltensweisen
- Steigerung der Stabilität, des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit.
|